Saisonthema Winter

Gipfel und Täler 

Meist ist der Gipfel das Ziel der Tour und ich habe mich unterwegs oft mit der bevorstehenden Aussicht und dem Ende des Aufstiegs motiviert. Der Gipfel ist der Höhepunkt, ist erstrebenswert und der Lohn für unsere Mühen. Ein Gipfel kann aber auch umkämpft sein, Gewitter entladen sich oft im Gipfelbereich und Wettereinflüsse können uns von einer Gipfelbesteigung abhalten. Im Psalm 121,1-2 heisst es: «Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.» Gipfel werden in der Bibel oft mit Gottesnähe, Erkenntnis, geistliche Höhepunkte und mit Siegen in Verbindung gebracht. So fand die Verklärung Jesus auf einem Berg statt.  

Eigentlich könnte ich nun meine Ausführungen beenden. Denn über die Täler spricht man nicht gerne. Das positive ist doch eigentlich nur, dass eine erfolgreiche Tour im Tal endet und man dann mit einem Erlebnis reicher nach Hause fährt. Geistige Täler sind Momente, in denen man sich von Gott nicht gehört, entfernt oder verlassen fühlt. Das Tal steht für Angst, Trauer, Unsicherheit oder Herausforderungen. 

Doch die Bibel kennt noch weitere Bilder für ein Tal. Im Psalm 23.4 tröstet der Stecken und Stab von Gott im Tal der Todesschatten. Das Tal ist ein Ort der Lernphase, Begegnung mit Gott. Täler sind fruchtbar. Auch geistig gesehen bringen uns Täler oft weiter als Gipfel. 

Der Prophet Jesaja fügt dem Bild der Gipfel und Täler einen weiteren Akzent dazu, er spricht davon, dass Gott einen Ausgleich schafft: 

«Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist soll gerade werden und was hügelig ist, zur Ebene!» Jesaja 40.4 

Saisonthema Sommer

Sicherheit und Freiheit 

Wer wünscht sich nicht 100%ige Sicherheit und grenzenlose Freiheit? 

Denken und machen, was ich will, ohne Risiko! Ein Traum. 

Oder engt Sicherheit die Freiheit ein und echte Freiheit muss ohne Sicherheit auskommen?  

Sicherheit beruhigt uns, sie gibt Vertrauen in Menschen, Institutionen und Dinge. Sie setzt uns Grenzen und schränkt uns ein.  

Freiheit macht uns offen, verlangt Selbstverantwortung und Beurteilungsvermögen. Sie vergrössert unseren Aktionsradius. 

Mir scheint es, die beiden vermeintlichen Gegensätze brauchen einander. Auf mein zertifiziertes Kletterseil kann ich mich verlassen. Es gibt mir die Freiheit, in die von mir gewählte Route einzusteigen, meinen Kletterpartner zu sichern, gemeinsam die Bergwelt zu geniessen, frei zu sein. Ohne Seil, hätte ich diese Tour nicht unternehmen können.  

In der Beziehung zu Gott habe ich immer wieder den Eindruck, meine Freiheit werde eingeschränkt. Du sollst nicht … 

Bei genauerer Betrachtung bewahren mich diese „roten" Linien vor dem Absturz. Ich muss mich nicht in diese „Minenfelder" wagen, denn dort finde ich meine Freiheit nicht. Jedoch wo Jesus ist, da ist Freiheit (gemäss 2. Kor. 3.17).